Deutschland mit und ohne

Die Merkel-Jahre. Eine Ära. 2005 - ???

Das Undenkbare denken: Angela Merkel (CDU) als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland!

Absurd!

Wahlabend, 18. September 2005, 20.02 Uhr, „Elefantenrunde“ der ARD: Kanzlerin Angela Merkel – ein Gedanke, der in den Kopf von Kanzler Gerhard Schröder nicht hinein will: „Ja glauben Sie denn im ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel einginge, in dem sie sagt, sie möchte Bundeskanzlerin werden?! Wir müssen doch die Kirche mal im Dorf lassen. Machen Sie sich da gar nix vor!“

Angela Merkel macht sich nichts vor. Angela Merkel macht es ganz Deutschland vor!

Was Gerhard Schröder damals nicht glauben konnte, ist heute Realität: Knapp neun Jahre unter Merkels Kanzlerschaft haben Deutschland verändert. BILD macht den Deutschland-Test:

Merkel-Deutschland Anno feminae 2013 vs. Stino-Deutschland ff.

Die Finanzkrise

Der Lehman-Crash

Sie beginnt fast unbemerkt: Am 9. August 2007 platzt in den USA die Immobilienblase. Faule Hauskredite reißen die großen Geschäftsbanken in den Abgrund. Meldungen aus einer fernen Welt, die in Deutschland erst ernst genommen werden, als ein Jahr später am 18. September 2008 die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammenbricht, europäische Geldinstitute ins Trudeln geraten, mit Steuermilliarden gerettet werden müssen, Schuldenstaaten ins Wanken bringen und das Gespenst einer Weltwirtschaftskrise heraufzieht. Bis 2009, schätzt der Internationale Währungsfonds (IWF), verbrennen vier Billionen US-Dollar.

Abwrackprämie

Auftritt von Krisen-Kapitänin Angela Merkel: Gemeinsam mit dem damaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) geht sie demonstrativ vor die Presse, garantiert den Deutschen ihre Sparguthaben – und verhindert einen Run auf die Banken. Die Große Koalition beschließt ein 50-Milliarden-Euro-Konjunkturprogramm. Mit der Abwrackprämie kurbelt die Kanzlerin den deutschen Automarkt an. Merkels Politik ist klassisch sozialdemokratisch: 2003 noch will Merkel Kopfprämie und Bierdeckel-Steuerreform, jetzt wirft sie Staatsgeld unters Volk, macht Schulden für die Konjunktur.

Merkels Lavieren

Die „schwäbische Hausfrau“, die Merkel als ihr Leitbild definierte, rettet den Euro: Nichts hat das Image der Bundeskanzlerin so geprägt wie ihr Management in der Euro-Krise. Zwischen „Mir gebet nix“ und dem dauerhaften Rettungsfonds ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) in Billionenhöhe liegen nur wenige Monate. Merkel schlingert von EU-Gipfel zu EU-Gipfel: Griechenlands Pleite wird abgewendet: Athen bekommt einmal Geld, zwei Jahre lang mit Auflagen, am Ende rettet Europa alle, immer. Und jedes Mal ist das Gebot der Not alternativlos: Europäische Verträge zur Währungsunion werden Makulatur, das Reglement der Europäischen Zentralbank wird gegenstandslos. Niemand – auch nicht die Kanzlerin – hat einen Plan für diese Krise, an der die Gemeinschaftswährung zu zerbrechen droht. Doch Merkels Lavieren kommt als ehrlicher Kampf um den Euro rüber, die Menschen haben ein unerklärliches Vertrauen in sie – trotz ihrer Ratlosigkeit: „Der souveräne Umgang mit Nichtwissen“ (Karl-Rudolf Korte) schafft ein Arzt-Patienten-Verhältnis zwischen den Deutschen und ihrer Kanzlerin. Wir haben die Krise und Frau Doktor die Medizin. Wird schon wieder. Noch hält der Euro, und die deutschen Hilfsmilliarden tun noch keinem weh.

Wehrpflicht

„Nach hinteeeen - weggetreten!“

Im Januar 2011 rückt der letzte Jahrgang Wehrpflichtiger in die Kasernen der Bundeswehr ein. Im Juli 2011 ist mit der Wehrpflicht Schluss. Merkel-Land, Friedensland. Fast geräuschlos verabschiedet sich Deutschland von seinen Bürgern in Uniform – und einer Kernüberzeugung der Union. Wann immer seit Einführung 1956 „linke Spontis“, „Drückeberger“, „vaterlandslose Gesellen“ oder junge Liberale den Dienst an der Waffe abschaffen wollten, standen CDU und CSU wehrhaft dafür ein, dass die Verteidigung nicht nur in den Händen bezahlter Söldner liegen dürfe.

Nun ist die Berufsarmee kein Schrecken mehr: Der Shooting-Star der Union, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), zieht die Konsequenz aus ständig sinkenden Rekrutenzahlen für die verkleinerte Interventionsarmee. Jubelnd wird er auf den Parteitagen von CDU und CSU empfangen: Der CSU-Politiker verkündet das Aus der Wehrpflicht (und des Zivildienstes) und beerdigt alsbald mit überwältigenden Mehrheiten im Rücken eine Kernüberzeugung der deutschen Konservativen. Eine Ära geht zu Ende. Merkel macht’s mit und möglich.

Fukushima

Am 11. März 2011 ist Angela Merkel auswärts unterwegs. Büroleiterin Beate Baumann hält im Kanzleramt die Stellung. Irgendwann ist die Chefin am Telefon. „Das war’s dann“, sagt Merkel in den Hörer, Baumann weiß sofort, was gemeint ist. Gerade eben hat die Kanzlerin die Bilder vom explodierenden Atomkraftwerk im japanischen Fukushima gesehen und begriffen, dass sie verloren hat. Ein einziges Mal hat Merkel ihre Überzeugung nach der Basta-Methode durchgesetzt – und ist gescheitert. Das wird ihr eine Lehre sein. Im festen Glauben an die Beherrschbarkeit der Kernenergie hat sie gegen die bekannte Furcht der Deutschen vor der nuklearen Katastrophe den Atomausstieg von Rot-Grün rückgängig gemacht, hat die Laufzeiten der deutschen Akw verlängern lassen. An den Wahlkampf-Ständen haben sich CDU- und CSU-Leute dafür beschimpfen lassen, haben argumentiert, obwohl auch innerhalb der Union die Macht der alten Atom-Lobby längst zu bröckeln begann und am Küchentisch von CDU/CSU-Politikern Töchter und Mütter bereits grün angehauchte Sprüche klopften.

Merkel weiß: Ihre Laufzeitenverlängerung kann sie vergessen, wenn sie nicht von jetzt an politisch Spießrouten laufen will.

Es ist die wohl brachialste Kehrtwende, die je ein Regierungschef hingelegt hat! Bei Vollgas in den Rückwärtsgang. Von längeren Laufzeiten schwenkt Merkel zu „Ausstieg jetzt“, grob kaschiert durch eine windelweiche Ethik-Kommission die – Überraschung! – wenig später den Ausstieg empfiehlt. Kurz darauf muss Merkel ein CDU-Stammland an die Grünen abgeben: Die Landtagswahl in Baden-Württemberg markiert nach 56 Jahren das Ende der schwarzen Regentschaft. Glück im Unglück: Ihr parteiinterner Gegenspieler, BaWü-Ministerpräsident und Atomkraft-Befürworter Stefan Mappus (CDU), ist gleich mit weg vom Fenster.

Panische Flucht-Wende

Es ist das politische Wunder von Fukushima: Merkel überlebt ihre panische 180-Grad-Wende, leitet den Ausstieg aus dem Atomstrom ein. Ausgerechnet die Bürgerlichen setzen die Energiebasis der drittgrößten Industrienation der Welt aufs Spiel für einen ungewissen Marsch durch die blühenden Landschaften der erneuerbaren Energien.

google Trends

http://9gag.com/gag/5874627

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sixt.de

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